[Rezension] Eva Völler - Zeugenkussprogramm + Interview




Eva Völler

Zeugenkussprogramm

Jugendbuch kiss & crime

ONE

Hardcover 14,99 €


Emily ist 17 Jahre alt und steht kurz vor ihren Abiprüfungen. Als sie am Wochenende nach einer Party zurück nach Hause geht, bemerkt sie einen vermeindlichen Einbrecher und alamiert die Polizei. Als dann ihre Mutter und deren Freund Jonas zurückkommen ist sie zunächst erleichter, doch dann wird auf sie geschossen. Ihre Mutter und auch Jonas landen im Krankenhaus, die einzige Information, die Emily aus der Polizei herauskriegt ist, dass Jonas wohl in etwas verwickelt war. Nachdem sich die Lage der Familie weiter verschlechter, bleibt nichts anderes übrig als ins Zeugenschutzprogramm zu gehen.
Also geht es von Berlin in die hessische Rhön. Doch so langweilig, wie es scheint wird's auf dem Land nicht, als der Personenschützer Pascal wieder auftaucht und das Herzklopfen in seiner Nähe immer größer wird...


Der Schreibstil ist, wie in  der Zeitenzaubertrilogie, leicht und unbeschwert, sodass man schnell in der Geschichte abtauchen kann. Die Geschichte ist gespickt mit Humor, Romantik und Spannung.
Die Charaktere sind liebenswert. Besonders die Omi fand ich klasse und Emily war zwar auch etwas naiv, aber trotzdem taff. Pascal war mir auch sehr sympathisch und wird einem auch durch die Bonusstorty nochmal näher gebracht. 
Der Crimefaktor hat mir soweit gut gefallen auch wenn ich etwas mehr auch nicht schlecht gefunden hätte. Man kann  keinen krassen Thriller und Action bis zum Abwinken erwartet, aber es ist eben mehr als "nur" eine Liebesgeschichte und mit der Auflösung des Falls hätte ich nicht gerechnet. 
Der Kissfaktor überwiegte aus meiner Sicht dann aber doch und damit ist die Reihenfolge 'kiss & crime' vielleicht auch erklärt. Interessant gelöst, fand ich, wie die Autorin mit dem Thema Sexualität umgeht. Dass es für die Figuren ein Thema ist, ist klar, wenn man sich das Alter dieser ansieht. Es wird aber nichts explizit beschrieben sondern nur umschrieben. Beispielhaft dafür ist eine Szene, wo Emily sich duscht und sich dabei Pascal in Boxershorts vorstellt und hinterher feststellt, das "die Sache mit dem glühenden Punkt stimmt."(Seite 198) Beim Interview erzählte die Autorin auch, dass Sex in Jugendromanen immer ein heikeles Thema bei den Verlagen  ist und Küssen eigentlich das höchste der Gefühle ist.

Eva Völler hat mit Zeugenkussprogramm, dem Auftakt zur kiss & crime-Reihe, auf jeden Fall etwas geschrieben, was ich so noch nicht gelesen habe und für junge Mädchen eine interessante Mischung aus Liebesgeschichte und Krimi geschaffen (und auch ältere Mädels Ü18 kommen auf ihre Kosten). 







Interview mit Eva Völler auf der Wasserkuppe am 15.Aug.2015

(die Antworten der Autorin sind sinngemäß wiedergegeben)

Welches Buch lesen Sie grade?

"Der Distelfink von Donna Tartt."

Was ist Ihr Lieblingsgenre und in welchem schreiben Sie am liebsten? 

"Am liebsten lese ich Thriller. Ich schreibe aber am liebsten unter meinem eigenen Namen bissige, heitere und romantische Komödien, da solche Geschichten beim Schreiben Spaß machen und auch die eigene Stimmung hebt. Bei Krimis und Thrillern geht mir das immer selber sehr nahe, sodass zum Beispiel auch mal ein Nebencharakter am Leben blieb, obwohl er eigentlich sterben sollte."

Haben Ihre Pseudonyme eine tiefere Bedeutung bzw. wie kamen Sie auf die Namen?

"Aktuell schreibe ich unter den Pseudonymen Charlotte Thomas, Elena Santiago und meinen eigenen Namen Eva Völler. Demnächst wird noch das Pseudonym Rebecca Williams für eine 30er Jahre-Thriller-Reihe dazukommen. Charlotte Thomas war der Name meiner Urgroßmutter und ich veröffentliche historische Romane unter diesem Pseudonym. Unter Elena Santiago veröffentliche ich Romane, die in der Karibik spielen. Elena ist der Name meiner Tochter und auf den Nachnamen des Pseudonyms kam mein Agent. Das neue Pseudonym Rebecca Williams ist ein Zusammenschluss aus zwei Vorschlägen." (Sie haben aber einige Pseudonyme.) "Ja das ist richtig, wenn man vom Schreiben leben möchte, muss man dies auch tun, da die Verlage nur ein Buch pro Jahr unter einem Namen herausgeben wollen, weil es sonst zur Kannibalisierung der eigenen Titel kommen kann."

Was ist Ihre Lieblingsfigur (im Allgemeinen und im Speziellen aus Zeugenkussprogramm)?

"Aus Zeugenkussprogramm ist meine Lieblingsfigur die Omi, die auch im nächsten Band wieder vorkommen wird.
Meine absolute Lieblingsfigur stammt aus dem Roman Der König der Kömodianten, den ich als Charlotte Thomas geschrieben habe. Der Ich-Erzähler ist ein junger Mann und diese Figur ist meine Lieblingsfigur und diese Geschichte ist für mich eine ganz Besondere."

Warum ist Pascal 21 und fertig ausgebildeter Personenschützer? Das ist doch eigentlich ziemlich utopisch oder nicht?

"Ja, das ist natürlich etwas zurechtgebogen, da bei Jugendromane die Altersspanne der Protagonisten sehr fest sind. 18 Jahre für die Protagonistin ist schon hart an der Grenze, sodass Emily dann 17 Jahre wurde und im Verlauf 18. Pascal durfte dann natürlich nicht zu alt sein. Er hat sein Abi mit 17 gemacht und ist sehr intelligent, sodass er auch die Ausbildung sehr schnell und erfolgreich abgeschlossen hat und schnell aufgestiegen ist. Der Abschluss liegt auch noch nicht so weit zurück und er steht kurz vor dem 22. Geburtstag. Bei Sarah ist es dann ähnlich abgelaufen. Sie wird uns auch im zweiten Band wieder begegnen.
Klar würde ich gerne ältere Figuren haben, aber das wollen die Verlage eben nicht. Auch ist meist ein Kuss das höchste der Gefühle, mehr geht auch hier nicht."


Außerdem erzählte Eva Völler noch, dass ein viertes Buch von Zeitenzauber in Planung ist! Da freu ich mich und hoffe ihr auch!

Interessant fand ich auch die Geschichte, wie Eva Völler zum Schreiben kam. Eigentlich wollte sie nämlich nur den Computer testen - damals als die ersten Computer in die Büros einzogen - und dazu eine kleine Geschichte schreiben. Aus dieser kleinen Geschichte wurde dann allerdings ein Roman und zwar ihr Erster, Franzi, der unter dem Pseudonym Ina Hansen veröffentlicht wurde.

Tipps für angehende Autoren gab sie uns auch mit auf den Weg. Diese (und auch ein paar andere Informationen, die beim Interview zustande kamen) findet ihr gut aufgelistet bei Patty in ihrem Zeugenkussprogrammbericht hier.





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