[Rezension] Emily St. John Mandel - Das Licht der letzten Tage


Emily St. John Mandel | Das Licht der letzten Tage | Übersetzt von Wibke Kuhn | 416 Seiten | Roman | ebook 12,99€ | Piper

Eine Pandemie beendet die Welt, wie sie wir kennen, und nur wenige Menschen haben überlebt. Diese müssen nun zusehen, wo sie bleiben und wie sie in dieser neuen Welt zurecht kommen.
20 Jahre nach dem Tag X hat sich einiges getan und geordnet, doch zu Ende ist dieser Prozess noch nicht.

Das Besondere an diesem Roman ist der Aufbau. Es gibt verschiedene Zeit - und Handlungsebenen.
Zu Beginn erleben wir den Tag an dem die Pandemie ausbricht und ein Mensch an einem Herzinfakt auf einer Theaterbühne stirbt. Jemand der dort dabei war und frühzeitig von der Pandemie gewarnt wurde, tut sein Bestes um nicht zu sterben.
Dann befinden wir uns 20 Jahre nach dem Tag X und begleiten eine junge Frau, die als Kind auf dieser Theaterbühne stand und mit ansah, wie dort der Mensch starb. Dieser Mensch ist quasi Dreh- und Angelpunkt der einzelnen Handlungsstränge und Personen, die im Roman vorkommen.
Die Geschichten der einzelnen Personen setzen sich nach und nach zu einem Gesamtbild zusammen, sodass man als Leser am Ende ein Verständnis 'vom großen Ganzen' hat.
Dadurch wird es stellenweise aber auch verwirrend für den Leser. Doch der sehr angenehme und gut zu folgende Schreibstil trägt dazu bei, dass man trotzdem am Ball bleibt und weiterliest.

Endzeitthematiken sind nicht so meins und auch bei diesem Roman bin ich zwiegespalten. Die Machart, die Erzählweise und der Schreibstil gefiel mir ziemlich gut und es gab auch irgendwann einen Zeitpunkt an dem ich nicht mehr aufhören wollte zu lesen, obwohl es keine richtigen Spannungsmomente gibt, aber diese Endzeitsachen find ich dann aber auch irgendwie heftig. Man stellt irgendwie alles in Frage, sein ganzes Leben und was wäre, wenn dieser Tag X jetzt, morgen, übermorgen ist... 
Käme ich klar? Würde ich überleben? Würde ich die Menschen, die mir am Herzen liegen wiedersehen, wenn sie denn hoffentlich überlebt haben? Paranoid zu werden und sich zu überlegen, was man am besten hortet, um eine mögliche Apokalypse zu überleben, liegt da nicht ganz fern. ;) Aber keine Angst, ich horte nur Duschgel und das schon vor dem Lesen dieses Romans.  =D



Womit könntet ihr in einer postapokalyptischen Welt dielen?

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