[Blogtour] Suppen in der Literatur - Suppen für Syrien


Suppen in der Literatur

Am Montag startete die Blogtour zum Buch Suppen für Syrien von Barbara Abdeni Massaad, welches im März 2017 beim DuMont Verlag erschienen ist. Suppen für Syrien ist ein besonderes Suppenkochbuch, denn 100% der Gewinne aus dem Buch gehen an die Organisation Schams e.V. über die euch Elif am Dienstag informierte. Warum es so wichtig ist, Flüchtlinge zu unterstützen und warum Menschen aus Syrien überhaupt auf der Flucht sind, konntet ihr bei Mareike und Cindy erfahren. 
Bei Eva könnt ihr erfahren, was Essen mit Heimat zu tun hat und ich gehe dem Phänomen Suppe in Bücher heute etwas  auf den Grund.
 

Rafik Schami erzählt im Vorwort zu Suppen für Syrien unter anderem davon, wie seine Mutter ihn regelmäßig mit Essen zu einem Witwer schickte und was das mit Gastfreundschaft zu tun hat. Diese ist fest in der arabischen Kultur verankert und ist auf die Beduinen zurückzuführen. Um die Gastfreundschaft der Beduinen ranken zahlreiche Legenden, die in den Schulen gelesen wurden, so Schami. Die Beduinen, schreibt Schami, hatten einen Moralkodex für das Gastrecht, der die Beziehung zwischen Gastgeber und Gast regelte...
Moment. Regeln, wie man sich einem Feuer in der Wüste nährt und wie man sich dann am besten verhält? Das kommt dem Fantasyleser doch garantiert bekannt vor! In der Königsmörder-Chronik von Patrick Rothfuss, erzählt der Protagonist Kvothe nicht nur eine Geschichte über die Gastfreundschaft der Ruh und auch hier sind
ganz bestimmte Regeln teil dieser Gastfreundschaft, an denen man dann auch erkennen kann, dass es sich um ein Lager der Ruh und nicht irgendwelchen x-beliebigen Umherziehenden handelt. 
Und was köchtelt dort über dem Lagerfeuer in einem Kessel (und das nicht nur in der Königsmörder-Chronik)? Genau! Eine Suppe oder ein Eintopf! So begegnen uns die diversesten Suppe, die auch nicht immer genauer bestimmt sind, regelmäßig in (High-)Fantasy-Romanen und das garantiert auch nicht immer bewusst. Den die Suppe ist ja meistens nur "Essen", oder?
Klar, Suppen sind schnell gemacht und einfach in der Zubereitung und man kommt mit wenigen Zutaten aus. Deswegen ist die Suppe wahrscheinlich auch eines der ältesten Gerichte der Welt, schon in der Steinzeit gab es sie. Und natürlich war die Suppe im Laufe der Zeit auch mal als "arme Leute Essen" verschrien, denn man kann mit Hilfe von Suppen eben aus "wenig" "viel" machen und entsprechend viele Menschen schnell und günstig satt bekommen.
Aber wie es eben oft bei so einfachen Gerichten ist, heißt "einfach" nicht immer "leicht" oder "fade". Und wer aus etwas so "gewöhnlichem" ein "Meisterwerk" schaffen kann, bleibt in Erinnerung! Und genau das passiert Christopher Rowe, dem Protagonisten aus Kevin Sands' Der Blackthorn-Code:
Es waren sogar meine Suppenkünste, die mir eine Stelle als Apothekerlehrling beschert hatten. [...] «Die Suppe war das Beste an der Mahlzeit. [...]»
(S. 76f, Kevin Sands, Der Blackthorn-Code Das Vermächtnis des Alchemisten)
Und durch diese Lehre veränderte sich das Leben unseres Helden aus dieser Geschichte erheblich, bzw. ohne sie wäre die Geschichte überhaupt nicht existent.

Aber auch die Suppe an sich, kann ganz verschiedene Rollen in unseren Lieblingsgeschichten spielen. Oft spendet sie Wärme und gibt der Szene etwas heimeliges, Sicherheit und Schutz. Eine Suppe kann als Heiltrank daher kommen oder den Zweck haben jemanden zu vergiften, wie es Sally bei Nightmare before Christmas mit ihrem Meister versucht. Und dann gibt's auch Suppengeschichten, wie die vom Suppenkasper im Struwwelpeter von Heinrich Hoffmann, die einen Belehrungscharakter haben.

Die Bedeutung von Suppen in unseren liebsten Büchern können so vielfältig sein, wie Suppen selbst. 
Ich hoffe ich kann euch mit diesem Artikel dazu animieren Suppen in eurern nächsten Lektüren mal etwas mehr zu beachten und berichtet mir auf jeden Fall davon, was euch dabei auffällt!
Findet ihr noch ganz andere Aspekte, die ich hier vergessen habe?

Lasst es mich in den Kommentaren wissen.







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