[Das Gold der Krähen] Ketterdam & die historischen Bezüge zu Amsterdam im 17. Jh.

[Das Gold der Krähen] Ketterdam & die historischen Bezüge zu Amsterdam im 17. Jh.

25. September 2018 17 Von Vanessa

herzlich Willkommen zum Auftakt unserer Blogtour zu Das Gold der Krähen von Leigh Bardugo, die euch die historischen Bezüge zu unseren Lieblingshandlungsorten im Grishaverse näher bringen soll.

Ein paar Parallelen zwischen Ketterdam und Amsterdam habe ich ja schon im Blogtourbeitrag zu  Das Lied der Krähen angerissen, aber in diesem Beitrag möchte ich euch mehr über Amsterdam im 17. Jahrhundert oder besser gesagt über das Amsterdam des Gouden Eeuw (Goldenes Zeitalter) erzählen.

Das Goldene Zeitalter – die Zeit in der die Niederlande DIE Handelsweltmacht war und Amsterdams Hafen der Nabel der Welt! Aber bevor ich dazu komme euch mehr über dieses Amsterdam zu erzählen, erkläre ich euch kurz, wie es überhaupt dazu kommen konnte, das ein Land von 219 km² vor England, Portugal, Spanien, Frankreich und Norddeutschland zur einflussreichsten Seemacht werden konnte. Amsterdam wurde erst 1275 das erste Mal urkundlich erwähnt. Städte wie Nijmegen (Nimwegen) und Utrecht waren zu dem Zeitpunkt, als Amsterdam aus einem Feuchtgebiet erhoben wurde, schon um die tausend Jahre alt. Und „erhoben“ kann man durchaus wörtlich nehmen, denn viele der alten Holzpflöcke die das Fundament der ersten Häuser auf dem trockengelegten Boden bilden, sind auch heute noch das Untergerüst der Grachtenhäuser.

Amsterdam erhielt 1306 Stadtrechte und 1323 durch den Graf von Holland das Recht Zoll auf Hamburger Bier zu erheben. Die Schiffe, die das Bier transportierten, waren somit verpflichtet den Amsterdamer Hafen anzulaufen und Bier war zu der Zeit das wichtigste Getränk, da es keimfrei war. Dadurch wurde Amsterdam das Zentrum des holländischen Bierhandels und noch viel wichtiger: der Bierimport war die Grundlage des Ostseehandels, die moedercommercie, also die „Mutter aller Handelstätigkeiten“! Hamburg war nicht nur das „Brauhaus der Hanse“ sondern auch der „Nordseehafen des Ostseehandels“ und die Amsterdamer Kapitäne kamen dort in Kontakt mit anderen Hanse-Kaufleuten und begannen  auch deren Güter nach Westen zu verschiffen.

Und dann springen wir mal ans Ende des 16. Jahrhunderts: Die Niederlande ging als führende Weltmacht und Handelsnation aus dem achtzigjährigem Unabhänigkeitskrieg gegen Spanien hervor. Grund: Antwerpen, bis dahin die bedeutendste Handelsmetropole Europas, liegt in den Händen der Spanier und die Nordniederländer blockierten ihre Verbindung Antwerpens zur Nordsee (den Meeresarm Westerschelde). Antwerpen liegt auf dem Trockenen und die Handelsströme versiegen. Zehntausende Antwerpener, unter ihnen Großkaufleute und Bankiers, zogen daraufhin nach Norden, vor allem nach Amsterdam.
Zudem hatten die Niederländer mit der Erfindung der Fleute, ein Schiffstyp, einen technologischen Vorsprung gegenüber den anderen Seemachten. Dieses kam mit weniger Besatzung aus und setzte sich deswegen schnell durch. Zwischen 1585 und 1620 verdoppelten sich die niederländischen Gütertransporte durch die Meerenge zwischen Dänemark und Schweden und Amsterdam profitierte auch vom allgemeinen europäischen Wirtschaftsaufschwung. Die Holländer wurden die „Heuschrecken Europas“ des 17. Jahrhunderts.

Im März 1594 trafen sich neun Amsterdamer Kaufleute und beschlossen die Gründung einer Handelsgesellschaft mit dem Namen Compagnie van Verre, Compagnie der Ferne. Sie wollten als erste Niederländer eine Expedition zu den Gewürzinseln in Südostasien (damals Ostindien) ausrüsten. Die erste Fahrt unter dem Kommando von Cornelis de Houtman (na erinnert euch der Name an jemandem aus „Das Lied der Krähen“?) war eher ein mäßiger Erfolg. Die zweite Fahrt unter dem Kommando von Jacob van Neck (na?!) brachte dann einen spektakulären Gewinn. Daraufhin wurden überall in Holland und Zeeland  ostindische Handelsgesellschaften gegründet bis Johan van Oldenbarnevelt, der führende niederländische Politiker dieser Zeit, die Gründung einer Monopolgesellschaft beschloss, da der Wettbewerb die Preise verdarb. So entstand die bis heute berühmte Vereinigte Ostindische Compagnie (VOC). Sie war die erste Aktiengesellschaft der Geschichte und riss sich den gesamten Gewürzhandel unter den Nagel und trug damit zum Handelserfolg Amsterdams bei (- und zur Ausbeutung vieler Länder…).

Im 17. Jh. gab der (Gewürz-)handel, also die VOC, und die Banken den Ton in Amsterdam an. Die erste Wisselbank, Wechselbank, wurde 1609 in Amsterdam eröffnet und entwickelte sich zum vollwertigen Finanzinstitut. Bis ins 18. Jahrhundert sicherte die Wisselbank Amsterdams Stellung als bedeutendster Finanzplatz der Welt. 1611 wurde das erste Börsengebaude am Rokin nahe des Dam-Platzes errichtet. Es handelte sich vorrangig um eine Waren-, Kontakt- und Nachrichtenbörse, auch wenn schon Aktien der VOC und später der WIC (Westindische Compagnie) gehandelt wurden. Die Kaufleute handelten Preise aus, die anschließend veröffentlicht wurden, mieteten Fracht- und Lagerraum, nahmen Kredite auf, heuerten Schiffsvolk an und tauschten Neuigkeiten aus. Die Börse war in den Augen der Kaufleute und Amsterdamer Ratsherren eine seröse Institution. Neben der Börse wurden auch in Wirtshäusern gehandelt. Die berühmteste Spekulationsblase, die Tulpomanie um die Tulpensorte Admiral van Enckuysen, spielte sich beispielsweise dort und nicht an der Börse ab.
Die Niederländer schafften es durch, Spezialisierungen, technologischen Forschritt, geschickten Handel, und daraus resultierenden Monopolstellungen für bestimmte Exportgüter, und einer Portion Glück sich an die Spitze des Welthandels zu setzen.

Leigh Bardugos Ketterdam ist stark von dieser Amsterdamer Handelsweltmacht inspiriert und ich hoffe, dass ihr durch meinen kleinen Exkurs (- ja klein, es gibt ganze Bücher, die sich mit dem Aufstieg Amsterdams beschäftigen) ein Gefühl für das Amsterdam des 17. Jahrhunderts bekommen konntet und kleine „Aha“-Momente und Ketterdam in diesem Amsterdam entdecken konntet!

Grundlagen für meinen Beitrag sind: Geschichte der Niederlande von Michael North, Kleine Geschichte Amsterdams von Christoph Driessen und mein durchs Niederlandistikstudium erworbene Wissen.
Wer mehr über die Entstehung Amsterdams wissen möchte, dem kann ich ein Besuch in „Het Grachtenhuis“ in Amsterdam empfehlen, auf welches ich auch in meinem Essay (eine Seminarleistung in meinem Studium) über die Entstehung Amsterdams eingehe.

Gewinnspiel

Das Gold der Krähen, Leigh Bardugo

Während unserer Blogtour gibt es 1x die Print-Ausgabe von Das Gold der Krähen von Leigh Bardugo zu gewinnen! Um daran teilnehmen zu können, müsst ihr nur die Gewinnspielfrage bei jedem Blogtourbeitrag per Kommentar beantworten und eine Kontaktmöglichkeit im Falle des Gewinns hinterlassen (Mail, Social Media Account).*

Also bleibt dabei und schaut und hört euch die Beiträge von Lena, Seda, Bianca, Neni, Simone, Anna und Luna in den kommenden Tagen an!

Was war euer „Aha“-Moment?

 

 

 

 

Blogtourfahrplan

 

*Teilnahmebedingungen:

– Die Teilnahme an dem Gewinnspiel ist ab 18 Jahren möglich. Andernfalls ist eine Teilnahme nur mit Erlaubnis des Erziehungs-/Sorgeberichtigten möglich.
– Um in den Lostopf zu gelangen, muss die Gewinnspielfrage eines jeden Blogtourbeitrags per Kommentar auf dem jeweiligen Blog beantwortet werden. (8 Beiträge – 8 Gewinnspielfragen – 8 Kommentare)
– Der Versand der Gewinne erfolgt nur innerhalb Deutschlands.
– Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
– Für den Postversand wird keinerlei Haftung übernommen.
– Eine Barauszahlung der Gewinne ist nicht möglich.
– Als Teilnehmer erklärt man sich einverstanden, dass die Adresse zwecks Gewinnversendung genutzt wird, die Daten werden danach gelöscht und für keinen anderen Zweck genutzt.
– Jede teilnahmeberechtigte Person darf einmal pro Tag an dem Gewinnspiel teilnehmen.
– Mehrfachbewerbungen durch verschiedene Vornamen, Nachnamen, Emailadressen oder einem Pseudonym sind unzulässig und werden bei der Auslosung ausgeschlossen.
– Das Gewinnspiel wird von biblometasia.de organisiert.
– Das Gewinnspiel läuft vom 25.09. bis 05.10.2018
– Der Gewinner wird am 07.10.2018 ausgelost.
– Der Gewinner wird daraufhin (7.10.2018) per Mail oder mitgeteiltem Social Media Account kontaktiert und hat  36 Stunden Zeit den Gewinn zu bestätigen andernfalls wird neu ausgelost.