Kategorie: Leseempfehlung

[Rezension] C.E. Bernard – Palace of Glass

Wir schreiben das Jahr 2054, doch statt Fortschritt könnte man meinen die Welt hätte sich zurück entwickelt. Die Mode und die Sitten des 19. Jahrhunderts gelten wieder sogar verschärft, den nackte Haut ist absolut verpöhnt und Sexualität geschieht nur zwischen Ehepaaren und auch da am Besten nur zu Fortpflanzungszwecken! Warum? Weil es Menschen mit besonderen Fähigkeiten gibt, die sie nur einsetzen können, wenn sie Körperkontakt haben.

Von Vanessa 21. Juni 2018 0

[Rezension] Poppy J. Anderson – Taste of Love – Geheimzutat Liebe

Poppy J. Anderson | Taste of Love – Geheimzutat Liebe | Gelesen von Cathlen Gawlich | 268 Minuten | Liebesroman, Hörbuch |CD 14,90€ |Lübbe Audio
Geheimzutat Liebe von Poppy J. Anderson ist der erste Band ihrer neuen Reihe Taste of Love in der Essen und Liebe zusammenspielen. Im ersten Band spielt die lokale Küche eine große Rolle.
Von Vanessa 9. März 2017 6

[Rezension] Tiphaine Rivière – Studierst du noch oder lebst du schon?

Tiphaine Rivière | Studierst du noch oder lebst du schon? | Übersetzt von Mathilde Ramadier | 184 Seiten | Graphic Novel  |Paperback 19,99€ |Knaus
Studierst du noch oder lebst du schon? – Das ist hier die Frage.
Jeanne Dargan schmeißt ihren Lehrerjob hin, als sie als Doktorandin akzeptiert wird. Zunächst ist sie noch enthusiastisch, aber die Zeit vergeht, der Doktorvater wenig hilfreich und die Institutssekretärin erst… Ach ja und ihr Freund und die Familie haben auch wenig Verständnis und fragen sie nur, warum sie denn nicht fertig wird.
Du bist Student*in, bist gerade dabei einen Abschluss zu erlagen, egal ob Bachelor, Master oder die Promotion? Ja dann geht’s dir vermutlich wie mir, oder aber Jeanne. Ich habe mich in dieser Graphic Novel so wieder gefunden. Es wird auf eine sehr schöne selbstironische Weise gezeigt, wie es vielen Studenten (vor dem Abschluss) geht. Und auch diese lästige Fragerei und Stresserei der Verwandtschaft, die immer wieder fragt „Wieso studierst du das?“ „Was machst du dann damit?“ „Und wie geht es weiter?!“ wird in Studierst du noch oder lebst du schon? von Tiphaine Rivière thematisiert.
Der Zeichenstil von Rivière ist auch ziemlich eigenen, irgendwas zwischen ‚einfach‘ und ‚ausgearbeitet‘, aber sehr passend zu den Emotionen der Charaktere.
Als ich die Graphic Novel in den Händen hatte und anfing zu lesen und ich es nach maximal einer Stunde durch hatte, musste ich schon sehr schmunzeln, weil ich mich abgeholt und so oft wiedergefunden habe. Ein muss für jeden (Geistenwissenschafts-)Studenten! Und vielleicht noch ein gutes Last-Minut-Geschenk für selbige. 😉

Wenn ihr Studenten seid, kennt ihr diese unangenehmen Fragen und wie geht ihr damit um?

 

 

Danke an das Knaus für das Leseexemplar!
Von Vanessa 22. Dezember 2016 3

[Rezension] Björn Springorum – Der Ruf des Henkers (mit Zusatzinfos von der LBM16)

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Björn Springorum|Der Ruf des Henkers | 352 Seiten | historische Fantasy, YA | Hardcover 14,99€ | Erschienen am 15.02.2016 | Thienemann
Auf der Leipziger Buchmesse durfte ich Björn Springorum bei einem Meet & Greet kennenlernen und im Zuge dessen habe ich auch vorab das Buch bekommen. Das Meet & Greet fand am Messefreitag statt und war eins meiner Highlight. Ich habe Patty von Das Bücherchamäleon mitgenommen und zusammen mit vier anderen Bloggerinnen haben wir es uns am Thienemann-Esslinger Stand gemütlich gemacht. Zuerst las Björn Springorum den Prolog aus seinem Roman und anschließend versorgte er uns mit ein paar Hintergrundinformationen zum Buch, zu seinem neuen Buchprojekt und es war einfach ein sehr nettes Gespräch bis die Messeglocken klingelten. (Mehr davon am Schluss)
Wir befinden uns in der Mitte des 19. Jahrhunters in England. Der berühmt berüchtigte Henker William Calcraft zieht von Dorf zu Dorf um die Todesstrafe am Galgen zu vollziehen. Schon allein sein Name verbreitet Respekt, aber auch – oder vor allem – Angst und Schrecken. Als er eines Tages ein Mädchen verschont auf Wunsch des verliebten Pastorensohns Richard Winters, wird dieser zu Calcrafts Lehrling und zieht fortan mit ihm von Stadt zu Stadt bzw. Dorf zu Dorf. Richard lernt schnell, hat aber mit seinem strengen Meister ab und an seine Probleme, auch weil dieser ein dunkles Geheimnis vor ihm verbirgt. Als Calcraft seinen Lehrling schließlich doch in dieses einweiht, nimmt die Ausbildung eine ganz andere Richtung ein und mehr als ein Leben steht auf dem Spiel.
Als ich das Buch aus der Post holte und das Päckchen öffnete, bewunderte ich natürlich erst einmal das tolle Cover, welches Maximilian Meinzold gestaltete. Auch im Inneren ist das Buch schön gestaltet. Der Torbogen vom Cover begegnet einem auch immer wieder beim Lesen und es gibt auch mindestens einen Brief, der grafisch herausgehoben wird. Ein kleines Manko gibt es allerdings, denn der Henker eine Axt in der Hand, was optisch zwar schöner aussieht – als Nase des Totenkopfes – aber keinen inhaltlichen Bezug hat. Calcraft hängt die zum Tode Verurteilten nämlich. Dies passiert zu dieser Zeit üblicherweise mit einem Seil, doch favorisiert Calcraft es auch noch aus einem ganz anderen Grund. Was genau verrate ich aber nicht, denn es hat nämlich etwas mit seinem Geheimnis zu tun. Björn Springorum hat einen sehr angenehmen Schreibstil. Ich konnte der Geschichte sehr gut folgen. Die Geschichte hatte ein gutes Tempo, genug Spannungs- und Gruselmomente. Ab und an wird es dann auch ziemlich düster, was durch nächtliches Lesen noch verstärkt wird.
Fantasy, Jugendbuch, Meet and Greet, Zusatzinfos, Rezension

„Und dann geschah es. Ich hielt inne. Was war das gewesen? […] »Richard.« Ich zuckte zusammen. Was war das gewesen? […]Dann sah ich es. Obwohl ich am liebsten davongelaufen wäre, bewegte ich mich wie von selbst auf die kleine Holzbude zu. Sie stand etwas abseits der Menge, an der Mauer vor einer Kirche, […]. »Er wird dich opfern.« Wieder diese geisterhafte Stimme.“ (S. 119-120)

Der Roman wird aus der Sicht von drei Charakteren aus der Ich-Perspektive erzählt. Die längsten Kapitel hat Richard Winters, Calcrafts Lehrling. William Calcraft erzählt seine Sicht der Dinge in kürzeren Kapiteln und dann gibt es noch nach dem ersten Drittel des Buches Tagebucheinträge von Rose. Sie und ihr Onkel Benjamin sind Juden und betreiben ein Gasthof in dem Richard und Calcraft in London absteigen. Alle Charaktere habe ich beim Lesen liebgewonnen und auch die Ängste und Zwiespälte von Richard und Calcraft konnte ich gut nachvollziehen, auch wenn ich mir bei Calcrafts Überlegungen oft dachte „sags dem Jungen doch einfach!“.^^ Die Dynamik zwischen den Charakteren ist stimmig und die Entwicklung dieser nachvollziehbar und logisch. Springorum hat sehr interessante historische Orte für seinen Roman gewählt und auch die Mischung zwischen diesen historischen Elementen und Fakten mit magischen Fabelwesen funktioniert erstaunlich gut.
Der Roman hat mich gefesselt und in den Bann gezogen, diese Art der Mischung aus Fantasy, Historie und Jugendbuch habe ich so zum ersten Mal gelesen. Allein das macht Der Ruf des Henkers lesens- und empfehlenswert. Die Charaktere sind gut durchdacht und authentisch. Auch die Geschichte entwickelt sich natürlich und ist in sich schlüssig. Trotzdem war für mich Calcrafts Geheimnis nicht sehr überraschend, wobei es auch angedeutet wird, genauso wie der ‚Entgegner‘.
weitere Rezensionen zum Buch bei

Zusatzinfos zum Roman von Björn Springorum

© Stefan Heilemann

– in London haben Henker in dieser Zeit keine Kappe mehr
– das Gefängnis aus dem Roman gibt es nicht
– Springorum hatte während der Arbeit an Der Ruf des Henkers einen Alptraum wo er einen Strick um den Hals hatte
– die Recherchezeit war 3-4 Monate intensiv mit einer Reise nach London/England
– die Perspektive war erst eine andere, für Springorum war es der erste Roman in der Ich-Perspektive
– er hat seiner Lektorin viel zu verdanken, ohne sie wäre der stilistische Unterschied zwischen Calcraft und Richard nicht so groß
– die Idee zum Roman hatte er, als er ein Interview mit einem Bandmitglied einer Band führte, dessen Vorfahre William Calcraft ist
– Springorum hat Angst vor Spinnen, deswegen kommt dies auch in seinen Büchern vor, es ist eine Art Verarbeitungen mittlerweile aber auch sowas wie ein ‚Running Gag‘

Von Vanessa 9. Oktober 2016 2